Sport und Fitness im Feuerwehrdienst

Dies sind ein paar Gedanken und Anregungen zum Training und zur allgemeinen Fitness im Feuerwehrdienst. Entstanden ist das Ganze aus Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen, Erfahrungen bei Einstellungstests und Fragen von Frauen, die sich bewerben wollen. Eine professionelle Anleitung beim Training oder ein Gesundheitscheck beim Arzt wird dadurch NICHT ersetzt. Vor allem Einsteigerinnen sollten sich erst einmal untersuchen und beraten lassen, bevor sie das Training beginnen.

Viele Frauen kontaktieren uns, weil sie sich auf den körperlichen Einstellungstest bei einer Feuerwehr vorbereiten. Leider sind die Einstellungstests bei fast allen Feuerwehren unterschiedlich. Wir können hier deswegen keinen Trainingsfahrplan veröffentlichen. Wichtig ist, dass man sehr frühzeitig mit dem Training anfängt, auch wenn man noch keine Strecken, Zeiten, Weiten etc. kennt. Wer eine gute allgemeine Fitness besitzt, kann sich dann auch leichter auf die spezifischen Testkriterien der einzelnen Feuerwehren vorbereiten. Es reicht nicht aus, mit dem Training anzufangen, wenn man 4 Wochen vor dem Test die Einladung dazu erhält.

Ein muss dabei immer klar sein, der Feuerwehrdienst ist für alle Feuwerwehrmenschen gleich von den körperlichen Ansprüchen. Unterschiedliche Tests für Männer und Frauen werden immer seltener und der neu vorgestellte Eignungstest stellt die gleichen Ansprüche an alle.

Freiwillige Feuerwehren verlangen in der Regel keinen lörperlichen Einstellungstest, trotzdem möchten sich Freiwillige Feuerwehrfrauen genauso fit halten. Die unten stehenden Hinweise gelten deswegen natürlich ebenso für den Freizeitsport. Über Ergänzungen freuen wir uns.

Ernsthaft trainieren

Wir erleben bei Einstellungstests immer wieder die gleichen Szenen: Es erscheinen Frauen (natürlich auch Männer) zum Test, z.T. in funkelnagelneuen, der neuesten Mode entsprechenden Outfits, die scheitern schon beim Cooper-Test, weil sie die 12 Minuten nicht mal durchhalten, geschweige denn eine akzeptable Strecke in der Zeit schaffen. Oder sie können die 75 kg schwereTrainingspuppe nicht vom Boden aufheben und natürlich auch nicht 20 m weit ziehen. Selbstverständlich spiegelt dies nicht die Vorbereitung aller Teilnehmerinnen wieder, kommt aber leider immer noch zu häufig vor. Unterhält man sich mit den Frauen und fragt, wie sie sich vorbereitet haben, kommen oft solche Antworten:
„Ich bin 2-mal die Woche mit einer Freundin joggen gegangen, jeweils 4 km in 30 min“, „Ich mache regelmäßig Pilates und Yoga“, „Ich mache Gymnastik und gehe zum Body Shape“. An dieser Stelle wollen wir diese Sportarten nicht schlecht machen. Zur Abrundung des Trainings kann man alles machen, was einem Spaß macht. Um für einen körperlichen Einstellungstest fit zu werden, reicht es aber nicht. Deswegen einige Tipps:

1. Gleiche Anforderungen für Männer und Frauen
Es gibt Feuerwehren, die haben unterschiedliche Testanforderungen für Männer und Frauen. Solange man das aber nicht genau weiß oder man sich auf verschiedene Tests vorbereiten muss, sollte man erst mal davon ausgehen, dass für alle die gleichen Anforderungen gelten, man will schließlich auch die gleichen Tätigkeiten wie die Männer haben. Man sollte also grundsätzlich die höchsten Anforderungen für das Training annehmen, sonst gibt es nachher eine böse Überraschung.

2. Richtige Gewichte
Wer Kraft trainieren will, muss auch mit richtigen Gewichten trainieren. Richtig bedeutet in diesem Zusammenhang, man muss hinterher spüren, was man getan hat. Mit kleinen Gewichten anzufangen ist kein Problem, wenn bei 12 - 15 Wiederholungen die ersten 10 einfach sind und es danach anstrengend wird, ist es genau richtig. Man muss sich aber steigern! Man sollte am besten einen Trainer nach einem individuellen Trainingsplan fragen. Falls man schon weiß was verlangt wird, sollte man darauf hin trainieren (z.B. Bankdrücken 65 kg in Bayern). Wenn es richtig anstrengend war, dann war es richtig!

3. Anspruchsvolles Ausdauertraining
Gemütliches Joggen im Park macht sicherlich Spaß, um aber 3000 m unter 15 min laufen zu können (12 km/h), reicht es nicht. Ein gezieltes Ausdauertraining, am besten mit einem Trainer, ist hier nötig. Wenn es nicht mehr weiter geht, Zähne zusammenbeißen, lächeln und noch mal 100m so richtig Gas geben.

4. Regenerieren
Regeneration gehört genauso zum Training wie das eigentliche Training. Der Körper muss die Möglichkeit haben, sich an die neue Belastung anzupassen. Der Trainingseffekt tritt durch die Superkompensation ein. Nach der Belastung stellt der Körper die Leistungsbereitschaft wieder her und geht dabei sogar über das vorher vorhandene Niveau hinaus. Wird jetzt ein neuer Trainingsreiz gesetzt, lässt sich das Niveau weiter steigern. Sind die Trainingspausen zu lang, geht die zusätzliche Leistungsbereitschaft wieder verloren. Fängt man zu früh wieder mit dem Training an, hat sich der Körper noch nicht genügend erholt, und das Leistungsniveau sinkt. Da die Regenerationsphasen der verschiedenen Körpersysteme unterschiedlich lang sind, kann man keinen pauschalen Trainingsplan festlegen. Dieser sollte individuell mit einem Trainer abgestimmt werden.

Wir freuen uns über Fragen und Hinweise zu dem Thema Sport und Fitness an info@feuerwehrfrauen.de.