Girls Day

Viele von uns gestalten diesen Zukunftstag aktiv in ihren Dienststellen. Uns interessiert, wie Ihr in diesen Tag eingebunden seid und was mit den Mädchen gemacht wird. Aus den Ideen möchten wir Vorschläge und Hinweise für die Gestaltung des Girls Days zusammen stellen und dann auf unserer Homepage zum Download bereit stellen. Antworten bitte an info(at)feuerwehrfrauen.de mailen.
Natürlich können auch jetzt schon Fragen und Anfragen bezüglich des Girls Days 2010 an uns gesendet werden. Allerdings führen wir keine eigene Veranstaltung durch, ein paar Tipps können wir trotzdem geben. Viele Dienststellen führen im Rahmen des Girls' Days Veranstaltungen an ihren Standorten durch. Allgemeine Infos zu diesem Thema und eine Übersicht über unterschiedliche Veranstaltungen gibt es unter www.girls-day.de.

Tipps und Hinweise

Jedes Jahr im April findet der Girls Day - Mädchenzukunftstag statt. Auch viele Feuerwehren nehmen daran teil und bieten den Mädchen die Möglichkeit, in das Berufsbild Feuerwehrfrau reinzuschnuppern. Aus unseren Erfahrungen der letzten Jahre haben wir ein paar Tipps zusammengestellt:

Schön ist es natürlich, wenn der Girls Day von Frauen für die Mädchen durchgeführt wird und damit Feuerwehrfrauen zum Anfassen da sind.

Man sollte keinen übermäßigen Respekt für den Feuerwehrdienst erzeugen, indem man erzählt, wie groß, stark, schnell oder technisch begabt man sein muss, um zur Feuerwehr zu gehen. Stattdessen sollte man die Mädchen ermutigen, dass man das alles lernen kann.

Es ist demotivierend, wenn bei Präsentationen nur Abkürzungen benutzt werden und jedes unverständliche Detail erklärt wird.

Es sollte keine Präsentation der Verwaltungsstruktur stattfinden, sondern das Berufsbild Feuerwehrmann/ -frau dargestellt werden.

Eine reine Besichtigung der Fahrzeuge wird schnell langweilig. Besser wäre es, die Mädchen möglichst viel selber ausprobieren zu lassen.

Bewährt hat sich eine Aufteilung in Gruppen, um dann an verschiedenen Stationen unterschiedliche Tätigkeiten ausprobieren zu lassen, z.B.

• suchen und retten mit verklebter Maske und PA (nicht angeschlossen)
• Schutzkleidung anziehen und Dummy retten
• Beim Auto zerschneiden helfen (z.B. Schere/ Spreizer auf und zu machen)
• Schläuche rollen und Wasser geben
• Erinnerungsfoto in voller Montur
• DL fahren
• mit Übungslöschern Feuer selber ausmachen lassen

Die Broschüre „Beruf Feuerwehrfrau“ kann heruntergeladen, ausgedruckt und an die Mädchen verteilt werden.

Da der Weg zur Berufsfeuerwehr über eine Berufsausbildung führt und damit ein langer Weg ist, kann man den Mädchen auch Informationen über die Jugendfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr mitgeben, da dies eine Möglichkeit bietet, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Auch wenn vielleicht viele der Mädchen nach dem Girls Day nicht den Wunsch haben, Berufsfeuerwehrfrau zu werden, können wir ihnen aber trotzdem zeigen, was in ihnen steckt und Mut und Selbstvertrauen auch für frauenuntypische Tätigkeiten geben.

Wir haben eine Präsentation zusammengestellt, die für den Girls' Day benutzt werden darf. Wir bitten darum, das Urheberrecht zu respektieren und weder die Präsentation noch die Bilder weiterzugeben, ohne uns zu fragen. Veränderungen können in den Maße vorgenommen werden, die nötig sind, um den Vortrag auf die eigene Feuerwehr anzupassen.

Präsentation Girls' Day

Bilder vom Girls' Day

Bericht Girls' Day 2010 Projekttag in Essen

Zum 10jährigen Jubiläum des Girls‘ Day – Mädchenzukunftstag veranstaltete die Fachstelle Übergang Schule Beruf eine Projektwoche in Essen. Im Mittelpunkt standen nicht nur Mädchen sondern auch „Neue Wege für Jungs“. Am 19. April begann für uns die Projektwoche mit einem Projekttag an der Geschwister-Scholl Realschule in Essen Borbeck. Als wir gefragt wurden, ob wir an dem Projekt teilnehmen wollen, überlegten wir zuerst, was wir wohl vorführen könnten. Vielleicht die Drehleiter oder die Höhenretter kommen lassen, einen RTW ausstellen und eine Präsentation über die Feuerwehr und die Ausbildung zur Brandmeisterin. Nach einigen Überlegungen kamen wir auf die Idee, mit allen sieben Essener Berufsfeuerwehrfrauen und einem LF einen Tag von Frauen für Frauen zu machen und Feuerwehr zum Anfassen zu bieten. Zu Beginn haben wir mit den 22 Mädchen der siebten Klasse eine Frage und Antwortstunde gemacht, um ein paar Hintergründe über den Beruf Feuerwehrfrau zu vermitteln. Untermalt haben wir das Ganze natürlich mit vielen Bildern. Dann ging es nach draußen. Auf dem Schulhof warteten schon die anderen Schüler auf die kommenden Ereignisse. Um eine Vorstellung von einem Brandeinsatz zu vermitteln, haben wir einen Klassenraum vernebelt und einen Dummy darin versteckt, der in einer klassischen Lösch- und Rettungsübung natürlich gerettet wurde. Danach wurde es für die Mädchen spannend. An drei Stationen durften sie die Tätigkeiten Wasserabgabe mit dem Strahlrohr, Suchen und Retten und Dummy ziehen selber ausprobieren. Vor allem die Suchaktion mit verklebter Maske war für die Meisten ein Heidenspaß und erinnerte etwas an Blindekuh. Viele der Mädchen waren auch erstaunt, dass sie es als 13jährige schaffen können, einen 50 kg Dummy mit einer einfachen Bandschlinge zu retten. Wir hoffen, wir konnten den Mädchen durch diesen Projekttag Mut und Selbstvertrauen auch für frauenuntypische Tätigkeiten vermitteln. Da die Aktion so gut ankam, überlegen wir nun, ob wir vielleicht auch im Rahmen der „Ferienspatzaktion“ einen Tag „Feuerwehr zum Anfassen“ anbieten. Der Bericht vom WDR ist in der Mediathek zu sehen. Bilder werden bald auf unserer Homepage zu sehen sein. (Susanne Klatt, Essen)

Girls' Day in Wiesbaden

Wir veranstalten auf der Wache 2 der Berufsfeuerwehr den Girls' Day für 40 Mädchen. Die Begrüßung der Mädchen wird im Lehrsaal stattfinden, anschließend werden von unserem Ausbildungssachgebiet Informationen zum Beruf der Feuerwehrfrau gegeben werden. Zusätzlich werden dann Versuche (wie z. B. Fettexpolosion, Rauchhaus etc.) vorgeführt, damit es auch schön spannend wird.
Anschließend gehen wir in die Fahrzeughalle. Hier wird dann ein Alarm simuliert, bei dem unsere Feuerwehrfrau und ein Feuerwehrmädchen der Jugendfeuerwehr dann die Rutschstangen hinunterkommen, sich ankleiden mit PA etc. und in ein Fahrzeug springen. Anschließend stehen diese beiden den Mädchen für Fragen zur Verfügung.
Dann geht es zum Mittagessen. Danach werden die Mädchen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekommt eine Führung von einem Kollegen der Wachabteilung in der Wache, die andere Gruppe geht in die Atemschutzstrecke. Anschließend wird getauscht.
Zum Schluss haben die Mädchen dann die Möglichkeit im Hof mit der Drehleiter das Ganze von oben zu betrachten. (Beate Mens, Wiesbaden)

Girls' Day in Bochum

Auf allen drei Wachen findet der Girls' Day statt. Die Erfahrung aus den ersten Zeiten zeigte uns, da wir die Mädchen vom Alter klassifizieren mussten. (10-12 J. FRW III, 13-14 J. FRW II, 15-17 J. FRW I)

Die maximale Teilnehmerzahl pro Wache beträgt 30 Mädchen. Anschließend erfolgt eine Unterteilung in drei Gruppen, die dann jeweils drei Stationen durchlaufen. Das bedeutet zwar einen hohen Personalaufwand, aber dafür nehmen die Mädchen mehr mit. Der Girls Day an sich wird von der Wachmannschaft durchgeführt und durch mindestens einen Kollegen aus dem Tagesdienst unterstützt. Dieser muss dann ggf. auch den Notfallplan durchführen, falls der Löschzug raus fährt. Zu diesem Zweck gibt es ein Video und es wird dann doch in der großen Gruppe weitergemacht. Verläuft alles nach Plan, gibt es folgende Stationen:

  1. Station: Rettungsdienst - Hier erfahren die Mädchen alle aus dem Rettungsdienstbereich. Als praktische Elemente werden Blutdruck und Puls gemessen. die Bedienung der krankentrage wird gezeigt, Verbände werden angelegt usw. 
  2. Station: Brandschutz - Hier können die Mädchen Schläuche legen und das Strahlrohr bedienen 
  3. Station: Atemschutzstrecke (nur FRW I, ab 15 Jahren) Die 15-17 jährigen werden körperlich etwas mehr beansprucht und führen im Prinzip die Belastungsübung ohne Gerät durch. Die meisten Schülerinnen sind dann schon schwer beeindruckt. Natürlich muss dabei immer auf die UVV geachtet werden (kein Schmuck, keine offenen langen Haare, etc.) Helme und Handschuhe werden gestellt. 
  4. Station: Leitstelle (nur FRW III) - Die jüngeren Mädchen bekommen die Leitstelle gezeigt und erhalten Informationen zum Thema Notruf und Alarmierung der Feuerwehr.

Nach jeder Station sind 15 min Pause eingeplant. Zum Abschluss erfolgt ein richtiger Löschangriff. Die Mädchen müssen C-Schläuche rollen, das Strahlrohr bedienen und sich einmal komplett ausrüsten: Jacke und PA (ab 15 J. und je nach Körperstatur), Schlauchkorb tragen, evtl. den Schlauchturm hoch laufen.

Und dann ist auch schon meistens 12.30 Uhr. Im Anschluss erfolgen eine kurze Besprechung und eine Feedbackrunde. Des Weiteren füllen die Mädchen einen Fragebogen zum Girls' Day aus. (Claudia Vog'l, Bochum)

Berichte über den Girl's Day